Montag, 12. September 2011

Taste the waste - Ich war im Kino

Ich war gerade im Kino - das ist nichts ungewöhnliches. Genau! Aber bei manchen Filmen geh ich mit einer großen Wut im Bauch aus dem Kino raus. Nicht etwa, weil mir der Film nicht gefallen hätte sondern weil dieser Film in einer Reihe von Dokumentarfilmen steht, die mir jedes Mal die Wut in den Bauch treiben.
In diesen Filmen geht es im weitesten um Dummheit, Gier und Ungerechtigkeit.

Jetzt also Taste the Waste:

Warum schmeißen wir unser Essen auf den Müll?
Deutsche Haushalte werfen jährlich Lebensmittel für 20 Milliarden Euro weg - so viel wie der Jahresumsatz von Aldi in Deutschland. Das Essen das wir in Europa wegwerfen, würde zwei Mal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren. Valentin Thurn hat den Umgang mit Lebensmitteln international recherchiert und kommt zu haarsträubenden Ergebnissen. Jeder zweite Kopfsalat wird aussortiert, jedes fünfte Brot muss ungekauft entsorgt werden. Kartoffeln, die der offiziellen Norm nicht entsprechen, bleiben auf dem Feld liegen und kleine Schönheitsfehler entscheiden über ein Schicksal als Ladenhüter. In den Abfall-Containern der Supermärkte findet man überwältigende Mengen einwandfreier Nahrungsmittel, original verpackt, mit gültigem Mindesthaltbarkeitsdatum. Auf der Suche nach den Ursachen und Verantwortlichen deckt er ein weltweites System auf, an dem sich alle beteiligen.
Die Folgen reichen weit, denn die Auswirkungen auf das Weltklima sind verheerend. Die Landwirtschaft verschlingt riesige Mengen an Energie, Wasser, Dünger und Pestiziden, Regenwald wird für Weideflächen gerodet. Mehr als ein Drittel der Treibhausgase entsteht durch die Landwirtschaft. Nicht unbedeutend sind auch die Berge verrottender organischer Stoffe, denn das entstehende Methangas wirkt sich auf die Erderwärmung 25 Mal so stark aus wie Kohlendioxid.
TASTE THE WASTE zeigt dass ein weltweites Umdenken stattfindet und dass es Menschen gibt, die mit Ideenreichtum und Engagement diesem Irrsinn entgegen treten. 
Kleine Schritte, die eine große Chance bedeuten. 
(Quelle: Tastethewaste.com)

Die Bilder in diesem Film sind echt nicht für Anfänger. Es ist wahrhaft ekelhaft zu sehen, wie containerweise Obst, Gemüse, Brot und verpackte Lebensmittel einfach weggeschmissen werden. 

Und das "Schlimme" dabei war, dass ich mich selbst erwischt habe in meinem alltäglichen Verhalten. Ich habe letztens eine Packung Mozzarella weggeschmissen, die ein paar Tage übers Mindesthaltbarkeitsdatum war aber deren Packung überhaupt nicht aufgebläht war. Warum habe ich das gemacht? Ich weiss es nicht. 
Kann es sein, dass wir vergessen haben zu entscheiden, wann Lebensmittel nicht mehr geniessbar sind und uns blind auf das - willkürlich - aufgedruckte Datum verlassen? Müssen wir das nicht wieder lernen? 
Lebensmittel durch riechen, anfassen, anschauen und schmecken zu beurteilen? 

Die zweite Sache, dass Supermärkte unglaublich viel Lebensmittel - teilweise 6! Tage! - vor dem Mindesthaltbarkeitsdatum wegschmeissen. 


Erst dachte ich noch, betrifft mich nicht, ich kaufe 90% meiner Lebensmittel nicht im Discounter oder Supermarkt sondern bei meinem Biohof. Aber - ich weiss ja gar nicht, wie die das machen. Die können ja auch nicht auf die letzte Gurke kalkulieren. Ich habe allerdings die Hoffnung, dass die - obwohl verboten!- nicht mehr verkaufbares Obst und Gemüse an ihre Tiere verfüttern. Ich werde das nachfragen und hier berichten.
 Und müssen wir uns vielleicht nicht von den perfekt aussehenden Lebensmitteln verabschieden? Eine krumme Gurke schmeckt ja nun auch nicht anders als eine gerade, oder? 

Was bleibt für mich von diesem Film?
Ich finde es nach wie vor wichtig, meine Lebensmittel saisonal und regional einzukaufen, so oft es geht auf den Wochenmarkt gehen, kleine Produzenten unterstützen und im nächsten Jahr meinen Balkon mal ernsthaft mit Kräutern und Gemüsen bepflanzen und hoffen, dass bis dahin der grüne Daumen wächst.  

Kommentare:

  1. Es ist so wenig Muehe das Denken umzusetzen und mit zu machen weniger Abfall zu produzieren.Dan werden die Leute wie Ich nicht mehr als Green Freak bezeichnet.Was fuer Abfall ueber Unseren Kopf swebt das wir garnicht wissen....(alte Sateliten usw)

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  2. Du hast Recht, Dzoli, und genau deshalb sind solche Filme wichtig. Und es ist wichtig, darüber zu schreiben, damit es noch mehr Menschen erreicht.

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