Freitag, 1. April 2011

Madeira - hoch und runter -

Der langersehnte Urlaub ist da und nach einer langen Anreise mit Zwischenstopp in Lissabon bin ich morgens um halb 3 in der Nacht im Hotel angekommen. Der erste Eindruck von Madeira im Dunkeln: überall orangefarbene Straßenbeleuchtung, super ausgebaute Autobahnen bzw. Schnellstraßen, wahnsinnig viele Tunnel, also sicher nichts für Tunnel-phobiker… am Hotel angekommen, wurde ich sehr nett vom Nachtportier auf mein Zimmer gebracht. Das wars für den Ankommtag.

Am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang aufgewacht, also nach 2 Stunden. Es ist Vollmond und das war ein irres Bild, so über dem Meer.. Leider konnte ich kein Foto machen, ich hab die Terrassentür nicht aufbekommen...
Das Frühstücksbuffet fällt üppig aus, allein ca 10 verschiedene Sorten Brot und Brötchen, Müsli, verschiedenes energetisiertes Wasser, leider waren die Obstsäfte nicht frisch gepresst. Wurst und Käsesorten waren auch sehr einseitig, so dass ich im Laufe der Tage, dann eher auf Obst umgestiegen bin.

Dann sah ich, dass im Ort Marktag ist, und ich hab mich voller Tatendrang um halb 9 zu diesem aufgemacht…. Leute, ich musste auf dem kurzen Stück (1,2 km) ca. 100 Höhenmeter überwinden!!! Das ist der Hammer hier, egal wo du gehst oder stehst…. Es geht immer bergauf oder bergab…



Der Markt war allerdings enttäuschend, nur ca 10 Händler tummelten sich in einer nüchternen Halle und es gab hauptsächlich Kartoffeln (ich wusste nicht, dass schon ausgetriebene Kartoffeln in Portugal anscheinend ok sind und noch verkauft werden) und Gemüse oder Obst, das ich noch nie gesehen habe aber auch Zuckerrohr ca. 1 m für 1€… nur was soll ich damit hier machen?
Ein Brot hab ich dennoch bekommen….

Ich bin dann noch in die Dorfkirche gegangen in der gerade eine Messe anfangen sollte, die Kirche war voll besetzt, aber mir zu kalt, da ich nach dem Aufstieg etwas erhitzt war und keine Erkältung riskieren wollte.
Also, wieder runter zum Hotel… das ging leichter ...
Mittlerweile war es so warm geworden, dass ich kurzerhand den Rest des Vormittags am Pool mit einem Sonnenbad verbracht habe….
Aber wie das so mit Winterblasser Haut ist, ist damit auch relativ schnell wieder Schluss - trotz LSF 25... Einen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln gabs leider trotzdem…

Wurde dann noch von einem ca. 60 jährigen zotteligen, weißhaarigen Mann angesprochen, ob ich mit ihm Tennis spielen wolle…. Ääähhh nein!!

Auf meiner Terrasse sitzend, schaue 500 m in die Tiefe auf das blaue Meer…. Schön! Yoga gabs leider nicht, da sich keiner angemeldet hatte, hab mich aber schon mal für nächste Woche registrieren lassen. Das Abendessen - mmhhh wie soll ich es jetzt sagen?-  war kulinarisch keine Herausforderung für mich…

 
 
Buffet im Bain Marie halt… , kann ja nicht wirklich schmecken, und ich bin wirklich erstaunt, dass es auf Hotelbuffets immer noch Götterspeise (Wackelpudding) gibt, wie die Grundbestandteile von örtlichen Produzenten hergestellt wird (was ja vom Hotel versprochen wurde), würde ich gerne mal sehen… umso erstaunlicher, dass es von meinem Mit-Hotelgästen angenommen wird…

Einmal gabs allerdings geschmortes Kaninchen und das war wirklich der Hit! Mein Highlight! Nun ja, ein positiven Aspekt hat das Essen hier, ich vertrag es und das ist ja bei weitem nicht immer so.


Manchmal hab ich komische Ideen aber der Transferbus sollte erst um 14 Uhr nach Paul do Mar gehen und nach um 16 Uhr wieder zurück zum Hotel. Paul do Mar sehe ich von meiner Terrasse aus, und es sah aus wie ein kleines nettes Fischerdorf. Ich hatte darauf hin die Vorstellung dort in einem kleinen Restaurant am Meer mein Mittagessen zu genießen.
2 Stunden erschienen mir dafür zu kurz und deshalb hab ich kurzerhand nach dem Frühstück beschlossen, dem Wanderweg zu folgen und nur den Transfer nach oben zu nutzen….. Gesagt getan, das Schild am Anfang des Weges sagte 1.8 km und 1h2o min. … ok dachte ich knapp 2 km sind für mich ja keine Entfernung, lauf ich am Wochenende gut und gerne 5-10 km am Tag…. Was ich tatsächlich sträflich unterschätzt habe, waren die 500!!! Meter Höhenunterschied…. Kann mal bitte jemand ausrechnen wie viel das auf 10 m sind?
Ich bin erstaunlicherweise nicht hingefallen, obwohl man jeden Schritt genau beobachten musste. Zum Teil gab es gespannte Stahlseile an denen man sich festhalten konnte…. Und dann hab ich auf ca halber Strecke Arbeiter getroffen, die diese Befestigungen ausgebessert haben. Die müssen JEDEN Tag diesen Aufstieg wagen… der Hammer! Die Landschaft war aber atemberaubend mit Wasserfällen, alle 50m neue Pflanzen….. Großartig!!

Nach 2 Stunden kam ich mit zitternden Beinen und durchgeschwitzt unten an… auf der Suche nach einem Supermarkt, damit ich neues Wasser kaufen konnte…. Nichts!!! Weit und breit!! Auch kein Hafen und kein lauschiges Restaurant…. Ich hab dann ein kleines Cafe gefunden, wo ich tatsächlich eine große Flasche Wasser und einen Cafe für 3! € bekommen habe.

Es war jetzt 12 Uhr und ich hab überlegt, was ich machen könnte: Der Shuttle wäre um 14 Uhr gekommen, und ob der mich mit nach oben genommen hätte war ja auch nicht klar, etwas zu essen, hätte ich offensichtlich nicht bekommen, also was tun? Ich hab den Kellner gebeten ein Taxi zu rufen und bin für 20€ wieder zum Hotel gefahren.

Meine Beine zitterten immer noch, bin ich ja den Tag vorher nach oben nach Prazeres gelaufen und heute nach unten nach Paul do Mar und das war dann doch ein wenig viel … deshalb hab ich mir eine Jetlag Massage gegönnt…. Sehr entspannend!! Allerdings hab ich mir unter jedem großen Zeh eine Blase gelaufen….


Die Tage sind lautlos an mir vorbeigezogen, essen, Pool, essen, schlafen, essen Pool…. Und so weiter!

Einmal hab ich dann doch die Chance gehabt mit nach Funchal zu fahren… Ihr glaubt gar nicht, wie sehr manche Menschen nerven können…. Im Bus nach Funchal saß unter anderem ein Mit-Hotelgast der die ganze Zeit nur geplappert hat…. In seinem Leipziger Dialekt… der wusste zu allem was….

In Funchal angekommen hat gerade so ein Openair Touristen Bus gehalten und ich hab 2 Stunden eine Stadtrundfahrt gemacht. Um einen ersten Überblick zu bekommen finde ich das immer ideal. Danach hab ich sehr leckeren Couscous in einem Museums-Cafe gegessen… muss ich auch mal wieder machen. Lecker!
Funchal ist nicht weiter der Rede wert aber was in Madeira immer wieder auffällt, sind die Steilküsten und die Häuser, die einfach mal so da rein gebaut worden…

Auf der Rückfahrt wusste der Leipziger weitere Geschichten zu erzählen….

Am vorletzten Tag wollte ich eigentlich nach Porto Moniz auf Rat einer Kollegin. Hätte ich auch fast geschafft! Leider kam der Bus nicht auf der richtigen Straßenseite bzw. ich stand wohl auf der falschen. Allerdings war auf meiner Seite die Bushaltestelle…, Wer hat da wohl Recht gehabt?

Also bin ich kurzerhand - eine halbe Stunde später - nach Ribeira Brava gefahren. Mir hätte auch vorher auffallen können, dass wenn man für ca. 40 km 2 Stunden braucht, kann es nur über die Dörfer gehen. Das wiederum heißt auf Madeira die Serpentinen der Steilküste hoch und runter. Jetzt sitzt man ja in einem Bus sehr erhöht und kann genau sehen, wie eng der Bus am Abgrund lang fährt. Nichts für schwache Nerven. Dass der Bus schätzungsweise Baujahr 1970 war, war der Vertrauensbildung auf nicht wirklich zuträglich…. Über Ribeira Brava gibt’s auch nicht weiter viel zu sagen, außer einem aufdringlichen Taxifahrer…. Die 2,15 €, die die Busfahrt gekostet hat, hätte er sicher nicht unterboten....

Schön war der Urlaub.... jetzt ist wieder Alltag angesagt....

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