Samstag, 30. April 2011

Mittagessen im I Vigneri

Heute war ich nach langer Zeit mal wieder im I Vigneri hinter dem Rathaus. Ich hatte einen Platz in der Sonne gesucht und ich liebe es, wenn die Tische auch draussen mit Tischdecke und Stoffservietten eingedeckt sind. Das ist umso erstaunlicher, da ich zu Hause nicht mal eine Tischdecke besitze.

Einziger Störfaktor waren Bauarbeiten am Haus gegenüber. Warum müssen die auch samstags arbeiten? Und der Wind. Tatsächlich musste ich bei mehreren Komponenten meines Essens aufpassen, dass diese, den vor mir sitzenden Gästen nicht in den Nacken fliegen würden.

Nach meiner Bestellung kam ein Gruß aus der Küche. Ein wenig Bresaola mit Rucola und Parmesan dazu richtig lecker, knusprig und frisches Brot und dieses fantastische Haus-eigene Olivenöl.


Mein Vorspeise war heute ein Carpaccio vom piemontesischen Fassona-Rind mit Rucola und Parmesan. Hätte ich was vom Gruß aus der Küche gewußt, hätte ich sicher eine andere Vorspeise gewählt. Aber das Fleisch war so zart und geschmackvoll, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hat.


Als Hauptgang bekam ich dann Tagliatelle di pasta fresca con ragù ·Emilia-Romagna. Die Nudeln waren auf dem Punkt al dente und das ragù würzig und so lecker.
Alles in allem auf jeden Fall eine Empfehlung, wenn ihr mal in der Innenstadt von Hamburg seid. Und nehmt am besten eine Flasche von dem Olivenöl mit. Dolce vita!

Montag, 25. April 2011

Spargel im Ofen gegart

Ich hatte am Samstag mal wieder beim Spargelstand zugeschlagen und für Ostermontag eine Portion gekauft.
Als ich den Spargel dann geschält hatte, fiel mir ein, diesen mal im Ofen zuzubereiten, wie ich das die Tage in einer Zeitschrift gelesen hatte.
Gesagt, getan, den Ofen auf 180°C (keine Umluft) vorheizen, den Spagel aufs Blech bzw. in meinem Fall in einer Auflaufform nebeneinander auslegen, so wie hier:
Etwas Fleur de Sel, Pfeffer, Puderzucker, Butterflocken und nach Geschmack Zitrone hinzutun.

Dann gut mit Alufolie verschliessen und auf die untereste Ebene in den Backofen geben. Laut der Zeitschrift sollte der Spargel 40 min im Ofen bleiben.
Das habe ich auch gemacht, aber am Ende war er mir viel zu weich, daher würde ich beim nächsten Mal sicher mit 20 min auskommen. Die Dicke der Stangen sollte man bei der Garzeit beachten.

In der Zwischenzeit Salzkartoffeln kochen und am Schluss mit dem Spargel, einigen Butterflocken (schon wieder) und nach Geschmack Kräutern - hier Kresse und Schnittlauch - anrichten. Der Geschmack des Spargels ist viel intensiver, da es keine Flüssigkeit gibt, die etwas verwässern könnte.
Wenn das beim nächste Mal mit der Garzeit besser hin kommt, eine tolle Alternative zu dem -normal- gekochten Spargel.

Sonntag, 3. April 2011

Frühlingsrisotto

Ich hatte am Wochenende richtig Lust auf ein Risotto. Da traf es sich gut, dass ich am Freitag noch Urlaub hatte und auf den wohl schönsten Wochenmarkt Hamburgs, den Isemarkt, gehen konnte. Vorher hab ich mir bei Violas noch den passenden Risottoreis gekauft.
Auf dem Markt hab ich frischen deutschen Spargel, Kaiserschoten, Ziegenfrischkäse und Kerbel bekommen. Damit waren fast alle Zutaten für das Risotto zusammen.
Ausserdem hatte ich noch eine Hühnerbrust auf dem Markt gekauft und der nette Verkäufer hat mir dann die Karkasse mit gegeben. Damit hab ich eine großartige Geflügelbrühe gekocht und eine Basis für mein Risotto geschaffen.

Jetzt zum Risotto:
Spargel schälen und ca 4 min in kochendem Wasser vorkochen, die Kaiserschoten 1 min.
Eine gewürfelte Zwiebel in etwas Olivenöl glasig andünsten, dann den Risottoreis hinzugeben. Ca. 1 min bei mittlerer Hitze mitdünsten, mit einem guten Schluck Weißwein ablöschen und die Flüssigkeit unter Rühren fast ganz einkochen. In den nächsten ca. 20 min immer wieder etwas Brühe (hier geht natürlich auch Gemüsebrühe) hinzugeben und unter Rühren einkochen lassen.
Die letzten fünf Minuten Spargel und Kaiserschoten (evtl noch ein paar TK-Erbsen) hinzugeben.
Kerbel fein hacken und zusammen mit dem Ziegenfrischkäse ganz am Ende vorsichtig unterrühren.
Fertig. Guten Appetit.

Steak mit Rhabarber und Spargel... Rhabarber???

Was macht man, wenn man Rhabarber gekauft hat und gar nicht so richtig weiß, was man damit macht?
Richtig! Man kramt in seinem Geschmacksgedächnis und stellt fest, dass so ein saftiges Steak gut dazu paßt.
Außerdem hatte ich auch noch ein paar Stangen Spargel.

Wie es geht? Ganz einfach:
Rhabarber waschen, putzen und in diagomale Stücke schneiden
Butter, Zucker und Apfelessig ein paar Minuten köcheln lassen, dann Rhabarber mit ein paar getrockneten Cranberries hinzugeben und nach Aufkochen vom Herd nehmen und ein paar Minuten durchziehen lassen. Am Ende noch ein wenig Thymian mit zum Rhabarber geben.
Das Steak würzen und braten. Den Spargel kochen. Anrichten. Fertig. Guten Appetit

Freitag, 1. April 2011

Madeira - hoch und runter -

Der langersehnte Urlaub ist da und nach einer langen Anreise mit Zwischenstopp in Lissabon bin ich morgens um halb 3 in der Nacht im Hotel angekommen. Der erste Eindruck von Madeira im Dunkeln: überall orangefarbene Straßenbeleuchtung, super ausgebaute Autobahnen bzw. Schnellstraßen, wahnsinnig viele Tunnel, also sicher nichts für Tunnel-phobiker… am Hotel angekommen, wurde ich sehr nett vom Nachtportier auf mein Zimmer gebracht. Das wars für den Ankommtag.

Am nächsten Morgen noch vor Sonnenaufgang aufgewacht, also nach 2 Stunden. Es ist Vollmond und das war ein irres Bild, so über dem Meer.. Leider konnte ich kein Foto machen, ich hab die Terrassentür nicht aufbekommen...
Das Frühstücksbuffet fällt üppig aus, allein ca 10 verschiedene Sorten Brot und Brötchen, Müsli, verschiedenes energetisiertes Wasser, leider waren die Obstsäfte nicht frisch gepresst. Wurst und Käsesorten waren auch sehr einseitig, so dass ich im Laufe der Tage, dann eher auf Obst umgestiegen bin.

Dann sah ich, dass im Ort Marktag ist, und ich hab mich voller Tatendrang um halb 9 zu diesem aufgemacht…. Leute, ich musste auf dem kurzen Stück (1,2 km) ca. 100 Höhenmeter überwinden!!! Das ist der Hammer hier, egal wo du gehst oder stehst…. Es geht immer bergauf oder bergab…



Der Markt war allerdings enttäuschend, nur ca 10 Händler tummelten sich in einer nüchternen Halle und es gab hauptsächlich Kartoffeln (ich wusste nicht, dass schon ausgetriebene Kartoffeln in Portugal anscheinend ok sind und noch verkauft werden) und Gemüse oder Obst, das ich noch nie gesehen habe aber auch Zuckerrohr ca. 1 m für 1€… nur was soll ich damit hier machen?
Ein Brot hab ich dennoch bekommen….

Ich bin dann noch in die Dorfkirche gegangen in der gerade eine Messe anfangen sollte, die Kirche war voll besetzt, aber mir zu kalt, da ich nach dem Aufstieg etwas erhitzt war und keine Erkältung riskieren wollte.
Also, wieder runter zum Hotel… das ging leichter ...
Mittlerweile war es so warm geworden, dass ich kurzerhand den Rest des Vormittags am Pool mit einem Sonnenbad verbracht habe….
Aber wie das so mit Winterblasser Haut ist, ist damit auch relativ schnell wieder Schluss - trotz LSF 25... Einen Sonnenbrand auf den Oberschenkeln gabs leider trotzdem…

Wurde dann noch von einem ca. 60 jährigen zotteligen, weißhaarigen Mann angesprochen, ob ich mit ihm Tennis spielen wolle…. Ääähhh nein!!

Auf meiner Terrasse sitzend, schaue 500 m in die Tiefe auf das blaue Meer…. Schön! Yoga gabs leider nicht, da sich keiner angemeldet hatte, hab mich aber schon mal für nächste Woche registrieren lassen. Das Abendessen - mmhhh wie soll ich es jetzt sagen?-  war kulinarisch keine Herausforderung für mich…

 
 
Buffet im Bain Marie halt… , kann ja nicht wirklich schmecken, und ich bin wirklich erstaunt, dass es auf Hotelbuffets immer noch Götterspeise (Wackelpudding) gibt, wie die Grundbestandteile von örtlichen Produzenten hergestellt wird (was ja vom Hotel versprochen wurde), würde ich gerne mal sehen… umso erstaunlicher, dass es von meinem Mit-Hotelgästen angenommen wird…

Einmal gabs allerdings geschmortes Kaninchen und das war wirklich der Hit! Mein Highlight! Nun ja, ein positiven Aspekt hat das Essen hier, ich vertrag es und das ist ja bei weitem nicht immer so.


Manchmal hab ich komische Ideen aber der Transferbus sollte erst um 14 Uhr nach Paul do Mar gehen und nach um 16 Uhr wieder zurück zum Hotel. Paul do Mar sehe ich von meiner Terrasse aus, und es sah aus wie ein kleines nettes Fischerdorf. Ich hatte darauf hin die Vorstellung dort in einem kleinen Restaurant am Meer mein Mittagessen zu genießen.
2 Stunden erschienen mir dafür zu kurz und deshalb hab ich kurzerhand nach dem Frühstück beschlossen, dem Wanderweg zu folgen und nur den Transfer nach oben zu nutzen….. Gesagt getan, das Schild am Anfang des Weges sagte 1.8 km und 1h2o min. … ok dachte ich knapp 2 km sind für mich ja keine Entfernung, lauf ich am Wochenende gut und gerne 5-10 km am Tag…. Was ich tatsächlich sträflich unterschätzt habe, waren die 500!!! Meter Höhenunterschied…. Kann mal bitte jemand ausrechnen wie viel das auf 10 m sind?
Ich bin erstaunlicherweise nicht hingefallen, obwohl man jeden Schritt genau beobachten musste. Zum Teil gab es gespannte Stahlseile an denen man sich festhalten konnte…. Und dann hab ich auf ca halber Strecke Arbeiter getroffen, die diese Befestigungen ausgebessert haben. Die müssen JEDEN Tag diesen Aufstieg wagen… der Hammer! Die Landschaft war aber atemberaubend mit Wasserfällen, alle 50m neue Pflanzen….. Großartig!!

Nach 2 Stunden kam ich mit zitternden Beinen und durchgeschwitzt unten an… auf der Suche nach einem Supermarkt, damit ich neues Wasser kaufen konnte…. Nichts!!! Weit und breit!! Auch kein Hafen und kein lauschiges Restaurant…. Ich hab dann ein kleines Cafe gefunden, wo ich tatsächlich eine große Flasche Wasser und einen Cafe für 3! € bekommen habe.

Es war jetzt 12 Uhr und ich hab überlegt, was ich machen könnte: Der Shuttle wäre um 14 Uhr gekommen, und ob der mich mit nach oben genommen hätte war ja auch nicht klar, etwas zu essen, hätte ich offensichtlich nicht bekommen, also was tun? Ich hab den Kellner gebeten ein Taxi zu rufen und bin für 20€ wieder zum Hotel gefahren.

Meine Beine zitterten immer noch, bin ich ja den Tag vorher nach oben nach Prazeres gelaufen und heute nach unten nach Paul do Mar und das war dann doch ein wenig viel … deshalb hab ich mir eine Jetlag Massage gegönnt…. Sehr entspannend!! Allerdings hab ich mir unter jedem großen Zeh eine Blase gelaufen….


Die Tage sind lautlos an mir vorbeigezogen, essen, Pool, essen, schlafen, essen Pool…. Und so weiter!

Einmal hab ich dann doch die Chance gehabt mit nach Funchal zu fahren… Ihr glaubt gar nicht, wie sehr manche Menschen nerven können…. Im Bus nach Funchal saß unter anderem ein Mit-Hotelgast der die ganze Zeit nur geplappert hat…. In seinem Leipziger Dialekt… der wusste zu allem was….

In Funchal angekommen hat gerade so ein Openair Touristen Bus gehalten und ich hab 2 Stunden eine Stadtrundfahrt gemacht. Um einen ersten Überblick zu bekommen finde ich das immer ideal. Danach hab ich sehr leckeren Couscous in einem Museums-Cafe gegessen… muss ich auch mal wieder machen. Lecker!
Funchal ist nicht weiter der Rede wert aber was in Madeira immer wieder auffällt, sind die Steilküsten und die Häuser, die einfach mal so da rein gebaut worden…

Auf der Rückfahrt wusste der Leipziger weitere Geschichten zu erzählen….

Am vorletzten Tag wollte ich eigentlich nach Porto Moniz auf Rat einer Kollegin. Hätte ich auch fast geschafft! Leider kam der Bus nicht auf der richtigen Straßenseite bzw. ich stand wohl auf der falschen. Allerdings war auf meiner Seite die Bushaltestelle…, Wer hat da wohl Recht gehabt?

Also bin ich kurzerhand - eine halbe Stunde später - nach Ribeira Brava gefahren. Mir hätte auch vorher auffallen können, dass wenn man für ca. 40 km 2 Stunden braucht, kann es nur über die Dörfer gehen. Das wiederum heißt auf Madeira die Serpentinen der Steilküste hoch und runter. Jetzt sitzt man ja in einem Bus sehr erhöht und kann genau sehen, wie eng der Bus am Abgrund lang fährt. Nichts für schwache Nerven. Dass der Bus schätzungsweise Baujahr 1970 war, war der Vertrauensbildung auf nicht wirklich zuträglich…. Über Ribeira Brava gibt’s auch nicht weiter viel zu sagen, außer einem aufdringlichen Taxifahrer…. Die 2,15 €, die die Busfahrt gekostet hat, hätte er sicher nicht unterboten....

Schön war der Urlaub.... jetzt ist wieder Alltag angesagt....